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Schlucken

 

In diesem Bereich geht es vor allem um die Motorik und Sensorik des Schluckvorgangs. Dieser lässt sich allgemein in fünf Phasen einteilen und ist damit einer der komplexesten Vorgänge im menschlichen Körper:

  1. Präorale Phase - anschauen, riechen, sehen, fühlen ggf. Hören und Heranführen der Nahrung

  2. orale Kauphase - Zerkleinern der Nahrung und Anreicherung mit Speichel

  3. orale Schluckphase - schrittweises andrücken des Bolus an den hinten oberen Gaumen im Übergang zur:

  4. pharyngealen Schluckphase - Auslösung des nicht mehr kontrollierbaren Schluckreflexes und Transport des Bolus durch den Rachen

  5. ösophageale Phase - Öffnung der oberen Speiseröhrenöffnung und Transport des Bolus in den Magen

 

In jeder dieser Phasen kann ein erfolgreicher Schluckprozess scheitern.

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Meine Leistungen im Bereich Schlucken

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  • Dysphagietherapie nach Tumorresektion und anderen organischen Ursachen

  • Dysphagietherapie nach Schlaganfällen und anderen zentralen wie peripheren Störungen

  • Behandlungen bei Fütterstörungen und Esstörungen

  • Behandlung infantiler Schluckmuster

  • therapeutische Essensbegleitung

  • Therapie von fazialen- und Fazialisparesen

  • Behandlung sensomotorischer Defizite im orofazialen Bereich

  • Behandlung von Habits

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Schlucktherapie bei Kindern

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Bereits ab der Geburt kann ein Säugling Schlucken. Anfangs ist sogar Trinken und Atmen gleichzeitig möglich. Diese Fähigkeit geht im ersten Entwicklungsjahr verloren. Die Kehlkopfstrukturen verändern sich und die Nahrung wird fester.

Einige Kinder nehmen allerdings keine festere Nahrung an, oder trinken gar nicht erst. Dies kann gravierende Auswirkungen auf die allgemeine Entwicklung eines Kindes haben. Fütterstörungen können sich auch erst in späteren Jahren zeigen, oder durch unterschiedliche Erkrankungen auftreten. Plötzlich isst das Kind bestimmte Konsistenzen nicht mehr, oder würgt und hustet permanent bei der Nahrungsaufnahme.

Auch bei bestimmten Syndromen, kombinierten Entwicklungsstörungen oder nach Operationen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich kann das Schlucken eingeschränkt sein.

In der Logopädie gibt es mittlerweile viele Konzepte, mit denen es möglich ist pädiatrische Dysphagien ganzheitlich zu behandeln. Sprechen Sie mich gerne auf die unterschiedlichen Möglichkeiten an, ich berate Sie gerne.

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Mögliche Symptome pädiatrischer Dysphagien und Fütterstörungen

  • Ablehnung bestimmter Nahrungskonsitenzen

  • Ablehnung warmer oder kalter Nahrung

  • Würgen, Husten oder komplette Nahrungsverweigerung (z.B. wegschlagen des Löffels)
  • Nahrungsaustritt aus Nase beim Schlucken
  • brodelnde Stimmgebung nach oder während der Nahrungsaufnahme
  • starker Gewichtsverlust (bei anhaltender Nahrungsverweigerung)
  • starke Salivation (weil Speichel nicht abgeschluckt wird)
  • Atemgeräusche
  • häufig auftretende Lungenentzündungen

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Schlucktherapie bei Erwachsenen

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Im Erwachsenenbereich​ kommt es häufig durch Schlaganfälle, Unfälle mit Schädel-Hirn-Traumata, neurologische Erkrankungen und nach Operationen im HNO-Bereich (z.B. Tumorresektionen) zu Defiziten im Bereich des Schluckens. Hier ist häufig die Reizweiterleitung, die muskuläre Ausführung oder eine schlechte Sensorik Ursache. Die verantwortlichen Nerven können durchtrennt worden sein, oder die zentralen Areale im Hirn- und Hirnstamm sind nicht mehr arbeitsfähig. In einigen onkologischen oder traumatischen Fällen muss auch der komplette Kehlkopf entfernt werden. Letzteres bezeichnet man als Laryngektomie. Stark betroffene Patienten erhalten eine Trachealkanüle zur Verhinderung einer Aspiration (Nahrung gelangt in untere Atemwege).

Auch mit Trachealkanüle ist eine Schlucktherapie möglich! Sprechen Sie mich gerne darauf an!

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Mögliche Symptome:

  • starker Gewichtsverlust durch stark verminderte Nahrungsaufnahme

  • komplette Ablehnung von Nahrung (z.B. durch Zusammenpressen der Lippen)

  • häufiges Husten, Räuspern oder Würgen während der Nahrungsaufnahme

  • Ablehnung bestimmter Konsistenzen

  • Nahrungsaustritt aus Nase oder Mund beim Essen

  • brodelnde Stimmgebung
  • Atemgeräusche
  • oft auftretende Lungenentzündungen
  • Drooling (Speichelaustritt aus Mund)
  • Brennen hinter dem Brustbein während der Nahrungsaufnahme

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Begleiterscheinungen bei neurologischen Ursachen können sein:

  • faziale Paresen

  • Fazialisparesen (wenn Nerv extrern betroffen z.B. durch Borellien oder durch OPs)

  • Hemiparesen

  • Hemiplegien

  • Tetraparesen

  • Hemianopsien

  • Aphasien

  • Sprechapraxien

  • Dysphagien​

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